Medikamentenrückstände im Wasser

Gibt es Forelle "Blau" bald nur noch als "Frau"?

Ein besonders aktueller Gesichtspunkt aus Granders unzähligen Thesen und Erkenntnissen ist wohl ebenfalls sein Hinweis auf die Gefahr von Medikamentenrückständen im Trinkwasser. Dieses brisante Thema findet auch in den Medien Beachtung und wird dort intensiv diskutiert.

Als begeisterter Naturbeobachter und -forscher machte Johann Grander bereits in den frühen 90er Jahren darauf aufmerksam, dass die Reste unserer Medikamente das Trinkwasser belasten. Der steigende Medikamentengehalt lässt sich weder messen noch filtern.

Seit erste Untersuchungen durch die Medien gingen, die nachwiesen, dass das synthetische Pillen-Hormon Estradiol ungehindert durch die natürliche Ausscheidung an allen Klärwerken vorbei in Flüsse und Seen gelangt, fürchten Angler und Fischer wohl zu Recht, dass die Anti-Baby-Pille die natürliche Fortpflanzung der Fische beeinträchtigt.

Wie gelangen Medikamente in unser Trinkwasser?

Nicht nur Anti-Baby-Pillen, sondern ein breites Sortiment an anderen Medikamenten finden sich in allen Haushalten. 70 bis 80 Prozent eines eingenommenen Medikaments scheidet der Mensch wieder aus und es gelangt über die Toilette ins Abwasser und über Kläranlagen zurück in Seen und Flüsse. Gemischt mit Grundwasser wird dies erneut als Trinkwasser verwendet. Die Kläranlagen erfüllen zwar alle gesetzlichen Parameter und Auflagen – Arzneistoffe eliminieren können sie aber nicht und schon gar nicht in ihrer Summe und bunten Mischung.

Daher warnen Geoökologen und Wissenschaftler auch vor dem Medikamenten-Cocktail im Trinkwasser, dessen Wirkung kaum absehbar ist.

Forscher haben im Auftrag des Bundesumweltamtes bislang über 20 Arzneiwirkstoffe im Trinkwasser nachgewiesen, darunter Schmerzmittel, Blutfettsenker, Röntgenkontrastmittel, Antirheumatika, Antiepileptika und Antibiotika).

Zwölf Jahre und weiter zurück

Erschütternd ist auch die Erkenntnis, dass die heutigen Trinkwasserwerte die durch Medikamente hervorgerufene Belastung von vor vielen Jahren widerspiegeln: Bis die Rückstände aus Flüssen ihren Weg durch die Sedimente zurück ins Grundwasser nehmen und durch Brunnen wieder an die Oberfläche gelangen, kann es bis zu zwölf Jahre dauern  – die Wirkung ist daher eine lang anhaltende.

Obwohl Trinkwasser als das am besten kontrollierte Lebensmittel (zumindest in Mitteleuropa) gilt, wird es noch nicht systematisch auf Arzneimittelrückstände kontrolliert. Da es keine entsprechenden Grenzwerte gibt, sind die öffentlichen Aussagen über Langzeitfolgen schwammig.

Die Auswirkungen der Medikamentenrückstände sind jedoch vielfältig, gerade in Bezug auf immunschwache Menschen wie werdende Mütter, Säuglinge, Kleinkinder, alte und kranke Menschen. Natürlich betrifft die steigende Arzneimittel-Belastung des Trinkwassers jedoch nicht nur uns Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen und letztendlich das gesamte Ökosystem auf der ganzen Welt, das darunter zu leiden hat..

Der Kreis schliesst sich

An dieser Stelle schliesst sich der Kreis zu Johann Grander, der auch bereits vor 30 Jahren warnend darauf hinwies, dass das Gleichgewicht in der Natur gestört ist. Die Konsequenzen daraus sind für Mensch und Umwelt verheerend. Nur ein Beispiel sind die jüngsten Unwetterkatastrophen: extreme Hitzeperioden und katastrophale Überschwemmungen. Das hat es immer gegeben, mögen vielleicht einige sagen – aber so stark und aggressiv? Über den langfristigen Durchschnitt betrachtet, sind die Temperaturen stimmig und kontinuierlich, die Ausreisser jedoch entwickeln sich zu Gefahren.

Wetterkapriolen, Aussterben der Fische, das Stranden von Walen, Verirren und Massensterben von Vögeln – als das sind nachgewiesene Folgen des Ungleichgewichts der Natur. Johann Grander hat die Natur überaus geschätzt und geachtet  – sie hat er als seine erste und beste "Lehrmeisterin" betrachtet.

„Wir wissen gar nicht, was in der Natur alles vor sich geht und dass die Natur ein lebendes System ist, sonst würden wir nicht so massiv in sie eingreifen und ihre natürlichen Abläufe stören."

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